Entstehungsgeschichte der Taekwon-Do Schulen Könnecke

Thomas Könnecke

Seit 11.9.2019 ist es endlich so weit. Es begann der Unterricht in eigenen Räumen in Salzburg. Genau einen Tag nach meinem 28 jährigen, nicht durch Unterrichtspausen unterbrochenem Taekwon-Do Jubiläum. 

Ich möchte bei dieser Gelegenheit für meine Schüler und deren Angehörige mal einen kurzen Abriss meines Werdegangs in dieser Zeit geben, da ich selbst im Unterricht oder auch danach nie viel über meine Arbeit rede.

 

Ich habe mit dem Taekwon-Do am 10.9.1991 in Ottobrunn bei München begonnen. Damals unter der Leitung des 26 jährigen Franz Eberl (1. Dan). Durch fast täglichen Unterricht und hohem Trainingsfleiss begann ich bereits 1993 in der Ottobrunner Schule die ersten Trainertätigkeiten (Samstagstraining). Im selben Jahr hatte ich die Möglichkeit, das erste mal eine Woche bei Großmeister Kwon in seiner Schule in der 5th Avenue in New York City an einem Seminar teilzunehmen. 1998 übernahm ich in der neuen Ottobrunner Taekwon-Do Schule parallel zu meinem Informatikstudium zwei feste Unterrichtseinheiten pro Woche (Spättraining).


Im April 2001 zog ich von München ins Chiemgau und baute die Taekwon-Do Schule Traunreut von Null auf. Sie gehörte zwar wirtschaftlich bis zum Abschluss meines Informatikstudiums 2004 noch meinem damaligen Lehrer Franz Eberl, aber ich war der einzige Lehrer in der Traunreuter Schule. 

 

Um nun den Namen des traditionellen Taekwon-Do in der Region zu stärken, begann ich weitere Gruppen zu eröffnen. Der ersten Gruppe in Traunstein im Jahre 2004 war allerdings wenig Erfolg beschieden. Ständig kam es beim Vermieter zu Doppelbelegungen des Unterrichtsraumes, bei dem dann immer wir den Unterricht entfallen lassen mussten. Die erste richtige Gruppe entstand somit 2004 in Inzell. 2006 begann der Unterricht in Bad Reichenhall. 2007 wurde die Gruppe aus Inzell mit der Reichenhaller Gruppe zusammengefasst und der Unterricht in Freilassing begann.

 

Was die wenigsten Wissen ist, dass ich bereits zu dieser Zeit in Salzburg nach geeigneten Räumen suchte. 2008 teilte mir Franz Eberl mit, dass er seine Ottobrunner Schule abgeben und nach Salzburg gehen will. Da er zum damaligen Zeitpunkt durch den Verkauf der Ottobrunner Schule die bessere Ausgangssituation und Erfolgschancen hatte, trat ich von meinem Vorhaben, in Salzburg tätig zu werden, zurück. Ich fuhr mit Franz zusammen durch Salzburg und unterstützte ihn bei der Suche nach geeigneten Räumen. Bis 2009 besuchte ich noch regelmäßig Franz Eberl in seiner Salzburger Schule, nachdem ich am Montag Abend mit dem Unterricht in Freilassing fertig war, aber wir hatten auf Taekwon-Do Ebene keinen Kontakt mehr. 2009 bekam ich die Möglichkeit, günstig eigene Räume in Traunstein zu beziehen und musste aus zeitlichem Mangel die Freilassinger Gruppe aufgeben. Ich übergab sie an Fredi Gumperdinger, der mit Taekwon-Do und Allkampf aus dem System Jakob Beck stammte und gerade aus den eigenen Räumen in seiner Freilassinger Schule zog.


In den Jahren von 2010 bis 2016 entstanden noch Gruppen in Waging, Teisendorf,Grassau/Übersee und wir zogen mit den beiden Stammschulen um. Die Traunreuter Schule blieb in Traunreut und zog nur zehn Hausnummern weiter. Die Traunsteiner Schule übersiedelte nach Surtal.


Einige der Gruppen übergab ich im Laufe der Jahre an verschiedene Danträger. Und es entstanden durch Eigeninitiative dieser auch weitere Gruppen in Trostberg, Schönau am Königssee und Berchtesgaden.


2017 rief mich Franz Eberl an, dass er Salzburg verlassen wird und bot mir an, seine Schule zu kaufen. Aus Gründen, die ich nicht weiter erläutern will, stand für mich die Entscheidung fest, keine Schule zu kaufen, deren Schüler ich nicht persönlich kenne. Ich entschied mich aus diesem Grund dazu, nach Absprache mit ihm, auf eigene Faust in Salzburg zu unterrichten, sobald er Salzburg verlässt. Es war nicht einfach, geeignete Räume mit freien Kapazitäten zur passenden Zeit zu finden. Es blieben nur zwei Objekte übrig und so begann ich im Oktober 2017 in Schallmoos und im November 2017 in Itzling mit dem Unterricht.


Im Juni 2019 ergab es sich durch Zufall, dass ich die Möglichkeit bekam, die Räume einer komplett fertigen Kampfkunstschule zu übernehmen. Somit schließt sich der Kreis und mein Vorhaben von 2007 wird endlich in die Tat umgesetzt.


Am 15.8.2019 rief mich Großmeister Kwon an und wünschte mir viel Erfolg für die neue Salzburger Schule. Er bestärkte mich nochmal, dass es für den Erhalt des traditionellen Taekwon-Do wichtig ist, viel Aufbauarbeit zu leisten und bestätigte mir eine gute Arbeit. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, das traditionelle Taekwon-Do in der Region zwischen Chiemsee, Berchtesgadener Land und Salzburg wie kein anderer - auch niemand anderer Kampfkünste - aufgebaut und geprägt zu haben. In meinen 28 Jahren Taekwon-Do nahm ich an zahlreichen Galen, Festivals, Lehrgängen und Seminaren in Deutschland, den USA (12x New York, 3 x Portland, Charlottesville und Miami), Kroatien, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Türkei, Slowenien, Griechenland und Spanien teil. Zwei herausragende Veranstaltungen von vielen, die wir hier in der Region ausrichteten, waren 2011 das Bundesturnier der Farbgurte in Traunreut (Schirmherrschaft hatte der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer) mit 683 Teilnehmern (mit Kampfrichtern und Helfern 740 Beteiligte) und 2014 das 4. internationale Städteturnier in Bad Reichenhall mit 498 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien (mit Kampfrichtern und Helfern 540 Beteiligte).


Ich freue mich sehr, mit dem Schuldreigestirn Salzburg, Traunreut und Surtal und den zugehörigen Gruppen auch in Zukunft den seit 2001 eingeschlagenen Weg des Aufbaus unbeirrt weiter zu beschreiten.


>